Größerer DMS für höhere Genauigkeit?

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Waldemar

Größerer DMS für höhere Genauigkeit?

Beitragvon Waldemar » Fr 14. Dez 2018, 11:48

Hallo Herr Kabelitz,

in einem anderen Beitrag steht:
Mit Halbleiter-DMS liegt die Ansprechschwelle bei ca 0,003... 0,01 Mikrometer/Meter
Mit Metallfolien-DMS liegt die Ansprechschwelle bei 0,05...0,1 Mikrometer/Meter

Müsste diese Ansprechschwelle nicht auch noch von der Größe des DMS abhängen? Meine vielleicht naive Vorstellung: Je größer der DMS, desto größer die Widerstandsänderung bei Dehnung, welche letztendlich durch die Messbrücke erfasst wird.

Mein Problem sieht wie folgt aus: Ich habe einen stark überdimensionierten Zug-/Druckstab, welchen ich auch nicht modifizieren kann. Mit Hilfe von DMS möchte ich dort auf die Kräfte schließen. Die Dehnungen im relevanten Bereich liegen zwischen 0,25 μm/m und 0,65 μm/m. Ausreichend Platz wäre dort um entsprechend einen größeren DMS zu applizieren. Könnte ich dort mit einem größeren DMS präzisere Ergebnisse erzielen?

Vielen Dank!
Waldemar

Kabelitz
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Re: Größerer DMS für höhere Genauigkeit?

Beitragvon Kabelitz » Sa 15. Dez 2018, 10:45

Hallo Waldemar,
die Dehnung ist eine "relative" Maßeinheit: Längenänderung bezogen auf eine Ausgangslänge (ΔL / L).
Auf 6mm betrachtet gibt sich in der Tat ein größeres ΔL, als auf 3mm betrachtet. Aber der Quotient ΔL / L bleibt konstant.

genauere Ergebnisse wird man im Allgemeinen mit einem herkömmlichen Metallfolien-DMS erzielen. Die Installation von Halbleiter DMS ist extrem aufwändig, und nur für den Bau von Sensoren zu empfehlen. Nicht für die Spannungsanalyse.

Kleinere DMS werden benutzt, wenn die Dehnung nur in einem kleinen Bereich zur Verfügung steht ("konzentriert ist", z.B. in einer Ecke, oder wenn man eine Spannungsspitze infolge Kerbwirkung messen möchte)
Der große DMS wird verwendet, um die mittlere Dehnung über die gesamte Gitterlänge zu erfassen. Wenn der Messkorper z.B. inhomogen ist, (Beton, GFK), um eine mittlere Dehnung zu erhalten.

Standard ist 3mm für alle Metalle. 6mm für GFK, Beton, etc.

Viele Grüße
Holger Kabelitz


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